Das metabolische Syndrom (manchmal auch als tödliches Quartett bezeichnet) wird heute als der entscheidende Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten angesehen.
Die Definition des metabolischen Syndroms wurde in den letzten Jahren öfters geändert und eine endgültige Definition (oder einen ICD-10-Code) gibt es bislang nicht.
Die Klassifikation orientiert sich zumeist entweder an der Insulinresistenz oder dem Lebensstil.
Die Behandlung zielt meist auf die Therapie der Insulinresistenz oder des Übergewichts ab.
Metabolisches Syndrom - Kriterien der IDF
Häufig angewandt und international anerkannt ist die Definition der IDF International Diabetes Federation. Voraussetzung für das Vorhandensein des metabolischen Syndroms ist hier zunächst der Risikofaktor Adipositas bzw. vielmehr das Vorliegen einer bauchbetonten Adipositas. Kommen zum Risikofaktor Adipositas (oder auch Übergewicht) noch zwei der folgenden Risikofaktoren – Diabetes (Zuckerkrankheit), Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin bzw. LDL) sowie Bluthochdruck – hinzu, besteht eine deutlich höhere Gefahr, im Laufe des Lebens eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Das so genannte "Metabolische Syndrom" liegt insofern vor.
Bauchumfang als Marker
Eine große Rolle für die Definition des metabolischen Syndroms spielt ein erhöhter Taillenumfang. Denn für das kardiovaskuläre Risiko ist weniger das Ausmaß des Übergewichts als vielmehr das Fettverteilungsmuster entscheidend:
Besonders nachteilig wirken sich hier Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus. Dieses innere Bauchfett ist sehr stoffwechselaktiv. Es beeinflusst den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (Zuckerstoffwechsel), so dass Fettstoffwechselstörungen und Diabetes die Folge sein können.
Eine Messung des Bauchumfangs gilt als einfacher und schneller Weg, eine erste Risikoeinschätzung vorzunehmen. Ein erhöhtes Risiko liegt für Frauen ab 88 cm vor. Bei Männern beginnt der Risikobereich ab 102 cm. Durch die Reduktion des Bauchumfangs kann das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erheblich minimiert werden.
Diagnose
Die Definition des metabolischen Syndroms ist nicht schwierig. Die Diagnose wird gestellt, wenn mindestens drei der folgenden fünf Kriterien erfüllt sind:
- Abdominelle Fettverteilung, bestimmt durch einen Taillenumfang von über 102 cm bei Männern oder über 88 cm bei Frauen,
- Serumtriglyzeride von über 150 mg/dL,
- HDL-Cholesterin von unter 40 mg/dL bei Männern bzw. < 50 mg/dL bei Frauen,
- Blutdruck von 135/85 mmHg oder mehr,
- Nüchternblutzucker von über 110 mg/dL (oder Vorliegen von Diabetes Typ 2).
Die Grenzwerte, vor allem beim Taillenumfang, Blutdruck und Blutzucker wurden in letzter Zeit mehrmals nach unten korrigiert, wodurch auch die Häufigkeit des metabolischen Syndroms in Deutschland mehrmals nach oben korrigiert wurde.
Insulinresistenzsyndrom, Adipositas (Fettleibigkeit), Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen treten selten unabhängig voneinander auf, stellen aber jeweils für sich erhöhte Risiken für das spätere Auftreten einer koronaren Herzkrankheit (KHK) dar. Die Bedeutung des metabolischen Syndroms über die einzelnen Faktoren hinaus wird aber erst in letzter Zeit erkannt und untersucht.